"Selbstwirksamkeit ist eine gute Ressource, betont die Traumatherapie", so Pfarrer, Biker und Traumatherapeut Frank Witzel in der Ankündigung zu dem spirituellen Biker-Event mit Rockmusik. Wolfgang Schott (Gesang) und Volker Büchs (Gitarre) von der fränkisch-schwäbischen Rockband „Double UC“ gaben alles für das „Rockin‘ and Bikin‘ all my Blues away“. Das Feeling, dass Rockmusik und Motorradfahren trübe Gedanken vertreiben können, war spür- und erlebbar.
Bikerpfarrer Frank Witzel zitierte zahlreiche Biker mit der Erfahrung: „Motorradfahren ist meine Psychotherapie, Rockmusik ebenso.“ Dabei werde auch eine Sehnsucht nach echtem, wildem, authentischem Leben zur Sprache gebracht, die etwas mit der „Fülle des Lebens“ zu tun habe, von der die Bibel und der Glaube sprächen. Die Ressourcen des Glaubens bestünden vor allem darin, Lebensängste zu trösten und zu überwinden. So bekomme man Kopf und Herz frei für authentische, echte und hilfreiche Wahrnehmungen und Reaktionen beim Motorradfahren und dem Leben als Ganzem. „Unchain my heart“ – „Löse die Ketten, mache mich frei!“, sei das Motto des Lebens mit Gott. Passend dazu wurde der alte Rocksong von Joe Cocker authentisch interpretiert.
Dabei waren auch Fellow Rider, die weltweit Motorradfahren und Suizidprophylaxe verbinden. In ihrem Grußwort betonten sie, dass „zwischen Helm und Kopf beim Motorradfahren keine depressiven Gedanken passen“. Ihre „Mission“ sei die Freude am Biken und das Aufklären über seelische Probleme, um Selbsttötungen zu verhindern. Die Zahl der Suizidopfer sei nämlich viermal höher als die Opferzahlen aller Verkehrsteilnehmer in Deutschland. Pfarrer Frank Witzel bestätigt diese Analyse nicht nur an diesem Tag aus traumatherapeutischer Sicht. Hier gäbe es effektive Hilfe, sofern das Thema nicht verschwiegen werde.
Als überraschend Feuerwehr-Sirenen im Gottesdienst zu hören waren, nahm Jugenddiakon Johannes Bindner spontan die Notfallseelsorge und Rettungseinsätze mit in die den Fürbitten auf. Ortspfarrer Stefan Meyer betonte, dass beim Motorradgottesdienst ausdrücklich alle herzlich willkommen sind: „Von Kinderwagen und Bobby-Car bis Rolli und Rollator ist alles o.k. – die Motorräder dazwischen ebenso.“
Danach gab es noch Zeit und Gelegenheit für persönliche Segnungen, Benzingespräch und Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst nicht getroffen hätten. Toll war, dass Haupt- und Ehrenamtliche harmonisch zusammengearbeitet haben, um diesen intensiven, spirituellen und rockigen Event zu ermöglichen. Beim ersten MoGo im ÖZ waren vielleicht ein Dutzend Teilnehmer*innen anwesend. Ein Jahr später waren es um die dreißig. Nun kamen 50 bis 60 Interessierte. Wenn es so weiterwächst, erleben wir jährlich etwas, das alle(!) begeistern kann. Denn „Motorradfahren ist eine treffende Metapher für das ganze Leben und den Kern des Glaubens“, ist Frank Witzel überzeugt. Da passt es gut, dass der MoGo ein Element der Jubiläumsfeiern war zu 50 Jahre ÖZ-Lengfeld. Wir danken dabei auch herzlich unserem Sponsor „Evangelische Bürgerstiftung im Dekanat Würzburg“, für den sehr hilfreichen Zuschuss.
Darum: Bitte weitersagen! Der nächste MoGo kommt bestimmt! Mehr Infos gibt es auch unter www.motorrad-evangelisch.de
Frank Witzel
















