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Der Lengfelder Kasper ist 50

Stolze 50 Jahre feiert aktuell nicht nur das Ökumenische Zentrum, auch der Lengfelder Kasper ist im Jubiläumsjahr 50 geworden. Die Kinder scheinen die Puppe mit der Zipfelmütze trotz ihres Alters weiter innig zu lieben. Passend zum Fest gab es natürlich ein neues Kasperstück, gespielt von Sylvia Untch, Carina Kuhn, Gaby Drüppel, Beate Dihsmaier und Christl Amrhein. 

Wie immer schnarcht der lustige Kerl zu Beginn hinter dem roten Vorhang – und wie immer steigt er beim Weckruf der Kinder als erstes in den Marmeladentopf. Dieses Mal ist der Kasper ganz schön aufgeregt, weil sein Geburtstag bevorsteht. Doch seltsamerweise scheinen Großmutter, Seppl und Gretl nichts vorzubereiten. Natürlich täuscht sich der Kasper, denn im Geheimen werden Girlanden aufgehängt, eine Torte gebacken und Freunde eingeladen. Die Gemüsefrau, der Metzger und die Bäckersfrau treten ebenso auf wie der Hofmarschall, die Prinzessin, Wachtmeister Dimpfelmoser und Frau Schlotterbeck. Der Zauberer und die Hexe wollen die Party zwar nach Kräften sabotieren, doch Seppl und Gretl können mit Unterstützung der Kinder und von Holla der Waldfee das Geburtstagsfest retten.

So simpel die Geschichte ist und so herrlich alt Puppen und Kulissen wirken: Das Konzept funktioniert noch immer. „Das alte Rollenspiel übt auch in Zeiten von Smartphone und Star Wars eine enorme Faszination aus“, beobachtet die Leiterin der Lengfelder Puppenbühne Christl Amrhein, die seit 35 Jahren dabei ist. 

Dass es überhaupt einen Lengfelder Kasper gibt, ist der Einweihung des Ökumenischen Zentrums im Jahr 1975 zu verdanken. Weil es bei den Festivitäten auch einen Programmpunkt für die Kinder geben sollte, hob Birgit Fuß gemeinsam mit Dr. Josef Scharrer die Lengfelder Puppenbühne aus der Taufe. Scharrer „hatte noch ein paar Puppen in einem alten Koffer“, mit Unterstützung des Sozialreferats wurde eine Wanderbühne gezimmert, Birgit Fuß und Mio Gumpinger nähten und bemalten die fränkischen Kulissenbilder, Walther Häußler schrieb ein Motto-Lied. In den Folgejahren entstanden immer neue Stücke, zum 10-Jährigen gab es sogar ein Puppenkabarett für Erwachsene. 1990 wechselten viele Mitspielende, Oliver Sitko übernahm den Kasper. 1997 zog die Puppenbühne in das alte Rathaus, wo sie bis heute beheimatet ist. Der größte Wunsch des Kasper zum 50. Geburtstag ist jedoch immaterieller Art: Neue und vielleicht etwas jüngere Mitspielerinnen und Mitspieler!

Anja Legge 

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