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Kannst Du gönnen?

„Bei Gott gelten andere Maßstäbe.“ Diese Erkenntnis konnten die Mitfeiernden aus der Sonntagspredigt von Hubert Hemmerich mitnehmen. Im Rahmen des Formats „Predigertausch“ stand der Gemeindereferent und Koordinator des Pastoralen Raums Würzburg Nord-Ost am 20. September 2026 im Ökumenischen Zentrum am Ambo. 

„Eine Unverschämtheit! Das ist voll ungerecht!“ wollte man mit den Arbeitern der ersten Stunde im „Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg“ (Mt 20,1-16) schimpfen. Obwohl das Arbeitsleben zu Jesu Zeiten anders organisiert war und obwohl der Lohn mit jedem Einzelnen vorher exakt so vereinbart worden war, empfinden wir das Handeln des Gutsbesitzers als nicht fair. 

Warum? „Weil wir bis in die Haarspitzen leistungsorientiert sind, permanent nach Perfektion streben und voller Neid auf andere schauen“, analysierte Hemmerich, und das habe eben Auswirkungen auf den Umgang miteinander und unser Verhältnis zu Gott.  Das Gleichnis wolle den Zuhörenden und Lesenden hier einen Spiegel vorhalten. Es stellt die durchaus unbequeme Frage: „Kannst Du gönnen?“

Und zugleich zeigt es überdeutlich, dass bei Gott ganz andere Maßstäbe gelten: „Gott behandelt jeden Menschen gleich, weil jeder Mensch gleich viel wert ist.“ Und: „Gott hat unendlich viel Liebe. Und er teilt sie an jeden und jede von uns aus“, so Hemmerich.
Für uns Heutige impliziere das eine mehrfache Aufforderung, nämlich: Gottes Liebe annehmen, uns von Herzen mit unseren Mitmenschen freuen, gelassen dem entgegenzusehen, was kommt und wieder ein bisschen mehr zufrieden sein, mit dem was wir haben.

Ein Weg, der sicherlich mit Hürden gespickt ist, der aber Freude und Fülle verspricht. 

Anja Legge 

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