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Alles wird gut!?

„Komm, den Frieden wecken“ – unter diesem Motto stand der Ökumenische Friedensgottesdienst 2026, der wieder vom bewährten ökumenischem Team aus Monika Bulla, Getrud Krenzer-Scheidemantel, Michael Legge, Angelika Lux-Leppert und  Dieter Thomas vorbereitet worden war. Neben Gastpredigerin Rebecca Pöhlmann, evangelische Klinikseelsorgerin am KWM, konnten die beiden Pfarrer Dr. Harald Fritsch und Stefan Meyer auch fünf Gäste aus Ungarn begrüßen. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Nyíregyháza (Nordostungarn) und die Gemeinden des ÖZ sind auf dem Weg, eine Gemeindepartnerschaft zu schließen; zur fünfköpfigen Delegation gehörten auch Pfarrerin Erzsébet Kovács und Pfarrer i.R. Geza Laborczi.

Schon in der kurzen Mediation zum Plakat schien Hoffnung auf. Angesichts düsterer Zukunftsprognosen vermitteln Megaphon, Konfetti und Friedenstaube etwas anderes. Das Bild wirke wie „ein Lichtblick in meiner Tristesse der gedanklichen Trübsalspiralen“, es hole heraus aus dem Jammertal der täglichen Sorgen und Schreckensnachrichten. 

Gastpredigerin Rebekka Pöhlmann nahm die versammelte Friedensgemeinde mit auf eine gedankliche Reise vor das Gebäude der Vereinten Nationen, wo 193 Fahnen im Wind wehen. Mit der Verkündung der Charta der Menschenrechte durch Eleanor Roosevelt am 10. Dezember 1948 erklärten die unterzeichnenden Nationen, dass „alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ sind. An der Umsetzung dieses Ziel arbeitet man auch im „Church Center of the United Nations“, das dem UN-Hauptquartier gegenüber liegt. Als Mitarbeiterin im Büro des Lutherischen Weltbundes habe sie selbst sich mit dafür eingesetzt, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten sind, berichtete Pöhlmann. Immer wieder habe sie ungefiltert gehört, wie Völker unterdrückt, Menschenrechte verletzt, Leben sinnlos zerstört werden, Friedensverhandlungen scheitern. „Rausreden klappt da nicht mehr“, so Pöhlmann. Die Arroganz der Großen gegenüber den Kleinen und die Verzweiflung angesichts schreienden Unrechts sei zuweilen in ein Gefühl der eigenen Ohnmacht gemündet. Und doch habe sie etwa in der Kapelle des Church Center immer wieder Hoffnung verspürt. Diese Spannung aus Verzweiflung und Hoffnung machte Pöhlmann mit dem Song „Alles wird gut“ von Felix Kummer hörbar: Obwohl die „Menschen schlecht und die Welt am Arsch“ ist, obwohl „die Gesellschaft versagt“, „das Leben in Scherben“ liegt und es sich nicht danach anfühlt: „Alles wird gut!“

Anstöße für eine ganz individuelle Antwort gab Pöhlmann mit ihrem Verweis auf die Lesung (1 Kön 19, 1-8): Voller Verzweiflung über den Zustand der Welt legt sich der Prophet Elia unter einen Ginsterbusch und will sterben. Doch auch wenn es ihm so scheint – Gott schläft nicht. So wie Elia einst die Stimme sagen hörte: „Steh auf und iss, denn Du hast einen weiten Weg vor Dir“ werden auch wir angerufen: „Steh auf und komm, den Frieden wecken!“

Anja Legge