Jeder Mensch sehnt sich nach Frieden. Der muss allerdings täglich neu gelebt werden. Dabei spielen die Erinnerung, das Eingeständnis von Fehlern und Schuld, Verzeihung, Zuhören, Einfühlungsvermögen, die Wahrheit über die Ereignisse und die Begegnung eine wesentliche Rolle. Versöhnung ist der Weg und die Voraussetzung für Frieden.
Durch die Geschichte des Nagelkreuzes von Coventry, des Wandernagelkreuzes von Würzburg mit seinen 25 Gastorten, zu denen für ein Jahr auch das ÖZ gehörte, und dem jährlichen Gedenken an den 16. März 1945 versucht die Ökumenische Initiative für Frieden und Versöhnung der Stadt und der Kirchen Würzburgs Friedensarbeit zu leisten. Diese Arbeit vollzieht sich eher leise. Sie wurde aber 2026 zum 25. Jubiläum von Persönlichkeiten der Stadt und der Kirchen als unverzichtbar gewürdigt.
Damit wirklich Friede werden kann, braucht es Versöhnung; und die ist im Großen und im Kleinen in ganz unterschiedlichen Bereichen möglich und nötig:
- Christliche Versöhnung
Gott hat die Welt in Christus mit sich versöhnt durch den Tod seines Sohnes am Kreuz und die Vergebung der Sünden. „Seid Botschafter der Versöhnung an Christi statt.“ (2Kor 5,20) - Versöhnung mit sich selbst ist die Voraussetzung für versöhnendes Handeln
Mit sich selbst im Reinen sein, ungeachtet des Aussehens, der Begabungen und der körperlichen Verfassung im Bewusstsein: „Du bist Gottes geliebtes Kind, so wie du bist.“ - Versöhnung zwischen Menschen
setzt die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit voraus. Das Eingeständnis von Fehlern und Schuld ohne Beschönigung führt zur Entschuldigung und zur Bitte um Verzeihung.
Dies sind die Voraussetzungen für Vergebung,Versöhnung Neuanfang und Frieden in Familien, Schulen, am Arbeitsplatz überall wo sich Menschen begegnen. - Versöhnung zwischen Konfessionen und Religionen
- Versöhnung zwischen Jung und Alt
- Versöhnung zwischen Tätern und Opfern, Kranken und Gesunden, Menschen mit und ohne Behinderung
- Versöhnung mit dem Tod.
- Versöhnung mit der Natur
Was hat der Mensch angerichtet? Sind Altlasten zu beseitigen? Wie kann die Artenvielfalt geschützt oder wiederhergestellt werden. Was kann ich dazu beitragen?
Ich bin überzeugt, dass ein Ökumenisches Zentrum wie in Würzburg Lengfeld den Auftrag für Versöhnungsarbeit hat, in der Ökumene, aber auch in den Tätigkeitsfeldern der Gemeinden. Möge sie mit Gottes Hilfe gelingen.
Johanna Falk

