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Tote Winterlinde und lebendige Vision

Bei der ökumenischen Gemeindeversammlung am 25. Oktober im Ökumenischen Zentrum warfen die Teilnehmenden einen mutigen und kreativen Blick nach vorne.

Vor gut 50 Jahren, im Dezember 1975, wurde das Ökumenische Zentrum Lengfeld eingeweiht. Rück- und Ausblicke prägen das Jubeljahr. Am Sonntag, 25. Oktober, luden im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst evangelischer Kirchenvorstand (KV) und katholischer Pfarrgemeinderat (PGR) zu einer gemeinsamen Versammlung in den Pfarrsaal ein, um neue Ideen zu entwickeln und Impulse für die Zukunft zu geben.

Die Winterlinde am Eingang des Ökumenischen Zentrums muss zeitnah gefällt werden. Ein zerstörerischer Pilz hat sie befallen und zu einer Gefahr für Vorübergehende und Gäste des Zentrums werden lassen. Und wie der Baum, so ist auch manch anderes morsch geworden in den betagten Gebäuden an der Schlossstraße. Der erste Wasserrohrbruch, eine Leckage in der Heizung, der Glockenturm etc.

Dass beide, die evangelisch-lutherische und die römisch-katholische Kirche nicht nur in Lengfeld unter Druck stehen, machten Pfarrer Stefan Meyer und Pfarrer Dr. Harald Fritsch in kurzen Statements zu Beginn der gut besuchten Versammlung deutlich. Die Pastoralen Räume werden größer, die personellen und finanziellen Möglichkeiten kleiner. Dennoch sei die Lage nicht aussichtslos, sondern biete Chancen für Ideen und Visionen.

An Thementischen wurden bei Kaffee und Keksen elf Fragestellungen mit Blick in die Zukunft diskutiert. Wäre es möglich, die Räume des Ökumenischen Zentrums zu ertüchtigen und anderen Gruppen zur Verfügung zu stellen? Braucht Lengfeld wirklich so viele Kirchen, wenn die Zahl der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher weiterhin abnimmt? Wie kann die Ökumene ausgerichtet und das geistliche Leben gestärkt werden? Wie lassen sich die Besuchsdienste im Stadtteil erweitern? Fragen wurden formuliert und Wünsche geäußert. Es gelte, die Rolle von ehrenamtlich Engagierten in den Fokus zu nehmen und Frauen noch mehr an den liturgischen Diensten zu beteiligen. Immer wieder wurde auch auf das Konzept der Sozialraumorientierung hingewiesen.

Sehr konkret wurde es bei der Idee eines „Running Dinners“ zur Stiftung von Begegnung und neuen Beziehungen in der Gemeinde. Auch die Jugend berichtete über die Arbeiten im ehemaligen Werkraum, der nun ihnen zur Verfügung stehe. Und schließlich ging es recht anschaulich um die Gestaltung der Außenanlagen. Die Winterlinde werde weichen und Platz machen für einen neuen Baum, vielleicht ein Ginkgo oder doch besser ein Apfelbaum? Wer an diesen und den vielen anderen Fragen interessiert sei und die Zukunft des Ökumenischen Zentrums mitgestalten wolle, sei auch weiterhin herzlich eingeladen, meinte abschließend und mit einem Dank an die engagierte Runde verbunden, PGR-Vorsitzender Michael Legge.

Sebastian Schoknecht

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