Die Bibel ist durchzogen von der Sorge G“ttes um Gerechtigkeit, Frieden und das Wohl aller Menschen. Besonders deutlich wird dies in der christlichen Option für die Armen und Schwachen. Sie erinnert uns daran, dass G“tt die Perspektive derer einnimmt, die wenig Stimme haben: der sozial Benachteiligten, der Kranken, der Geflüchteten, der Kinder. Wer Christus nachfolgen will, kann sich dem nicht entziehen.
Kommunalpolitik ist genau der Ort, an dem diese Option konkret wird. In Gemeinden und Landkreisen wird entschieden über bezahlbaren Wohnraum, Kinderbetreuung, Pflegeangebote, Inklusion, Nahverkehr, Integration und den Umgang mit Menschen in Not. Es geht nicht um abstrakte Programme, sondern um Schulen, Kitas, Pflegeheime, Beratungsstellen und Kliniken. Nicht zu wählen hieße, diese Entscheidungen anderen zu überlassen – auch denen, die Ausgrenzung, Vereinfachung und soziale Kälte in Kauf nehmen. Als Christ:innen fühlen wir uns daher verpflichtet, an der Wahl teilzunehmen.
Christlicher Glaube und Demokratie gehören zusammen. Die Würde jedes Menschen, unabhängig von Herkunft, Leistung oder Nutzen für die Gesellschaft, ist Kern christlicher Überzeugung – und sie ist Grundlage unsrer demokratischen Ordnung. Parteien, die Minderheiten abwerten oder demokratische Institutionen verächtlich machen, stehen im Widerspruch zu diesem Menschenbild. Sie mögen einfache Antworten versprechen, lösen aber keine Probleme.
Darum sind Programme und Kandidierende kritisch daran zu messen, ob sie Solidarität fördern, soziale Spaltung überwinden und den Schutz der Schwächsten im Blick haben. Gehen wir also wählen. Aus der Hoffnung, dass unsere Gemeinden Orte bleiben – oder werden –, an denen niemand vergessen wird.
Jochen Scheidemantel
(mit Unterstützung chatGPT)

