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Ende der 1960er Jahre hatte in Lengfeld auf katholischer wie auf evangelischer Seite drängender Baubedarf bestanden: Das einstige Bauerndorf war zu stattlicher Größe herangewachsen, die Pfarrkirche St. Laurentius im Herzen des Altorts zu klein, ein Pfarrheim gab es nicht.

Zugleich gab es eine kleine, aber lebendige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Zunächst planten beide Gemeinden getrennt, doch schon bald entstand – beflügelt vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils – die Idee eines gemeinsamen Hauses für katholische und evangelische Christen.

Die damaligen Seelsorger, der katholische Pfarrer Wolfgang Rieser und sein evangelischer Kollege Dr. Klaus Kurzdörfer, waren begeistert und so folgte im März 1970 eine Befragung der Gemeinde durch den Pfarrgemeinderat. Das Ergebnis war eindeutig: Bei einer Wahlbeteiligung von 85 Prozent stimmten 92 Prozent der Gemeindemitglieder für ein gemeinsames Gemeindezentrum.

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oez ev. teil1973 wurde man mit den Bauarbeiten begonnen. Der Grundstein wurde symbolträchtig am 10. November 1974, dem Geburtstag Martin Luthers, gelegt. In der Urkunde heißt es:

„Wir bekennen damit vor den Bürgern der Gemeinde Lengfeld, in der wir leben und die uns Heimat ist, daß wir zusammengehören, weil ein und derselbe Herr unser Gott ist. Er hat uns in Christus zu einer Hoffnung berufen. Er hat uns seinen Geist gegeben, der uns in Christus versöhnt und eint. Darum wollen wir unsere Augen vor der Last des anderen nicht verschließen und helfen, wo immer es in unseren Kräften steht, auf daß wir Christi Gesetz erfüllen.
Darum wollen wir die Einheit in Christus zu leben versuchen. Wir wagen dies, weil Christus selbst für die Seinen gebetet hat, ‚daß alle eins seien, gleich wie der Vater in mir und ich in dir, daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast‘ (Joh 17,21).“

Ein Jahr später, am 6./7.Dezember 1975, weihten Bischof Dr. Josef Stangl und Kreisdekan Rudolf Meiser das Ökumenische Zentrum ein, das damit eines der ersten in ganz Deutschland war. Stangls Wunsch, „dass dieses große Gotteshaus einen neuen geistlichen Aufbruch bewirke und die lebendige Gemeinde des Herrn weiterwachse“ belegt nachdrücklich, wie sehr das Konzil die ökumenische Idee beflügelt hatte.

 

 

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